In welcher Umgebung wollen wir in Zukunft wohnen, wie soll diese Umgebung aussehen, welche Veränderung können wir beeinflussen und welche nicht?

Das sind aus meiner Sicht fundamentale Fragen, die auch vor allem die Politik vor Ort mitbestimmen kann.

Können wir den ursprünglichen, dörflichen Charakter der Walddörfer mit ihren großen Naturschutzgebieten und Baumbeständen am Leben erhalten oder wird durch den großen Wunsch nach „behutsamer Nachverdichtung“, der vor allem bei den regierenden Parteien recht flexibel ausgelegt wird, dieser Charakter schleichend verloren gehen? Oder wird dadurch die jetzt noch einigermaßen funktionierende soziale Gemeinschaft zu Gunsten einer großen Ansammlung anonymer Schlafstätten aufgegeben?

Ich als Liberaler habe Sorgen um diesen Charakter, und das belegen auch immer mehr Zahlen, die die Bezirksverwaltung dankenswerter weise sehr gut aufbereitet und für jeden Bürger zugänglich im Internet bereitstellt.

Kann der Charakter der Walddörfer aufrechterhalten werden, wenn in den letzten Jahren 2946 Straßenbäume in den Wandsbeker Stadtteilen nicht nachgepflanzt wurden? Und die Behörde dazu in Drucksache 6657 lediglich lapidar mitteilt: … alle Baumfällungen werden zwar im Straßenbaumkataster dokumentiert, lassen sich jedoch rückblickend nicht aufgeschlüsselt auf Stadtteile darstellen. Für die Neu- und Ersatzpflanzungen seit 2011 könnte zwar ein Pflanzjahr ermittelt werden, aber ohne Bezug zu den Baumfällungen. Eine Bilanzierung (der nicht nachgepflanzten Straßenbäume) …. ist nicht möglich.

Oder wenn beschlossene Ausgleichsmaßnahmen zum Schutz von Grünflächen und Natur aus Bebauungsplänen in Wandsbek von 1994 oder von 2008 noch immer nicht begonnen wurden? Die letzte Auskunft seitens der Behörde datiert vom Juni 2017 (Drucksache 4197.1).

Oder leidet die Qualität der Baugenehmigungen, wenn der Bezirk Wandsbek quantitative Erfolgsprämien pro Genehmigung vom Senat erhält?

Oder ist die Nahversorgung durch die Märkte vor Ort auch in Zukunft gesichert, wenn die höchsten Kosten für die Durchführung die Personalkosten der Bezirksverwaltung sind?

Für mich als Liberaler steht fest, dass alle hier beschriebenen Punkte auf jeden Fall nicht der Stärkung des Charakters der Walddörfer dienen und somit ein starkes, politisches Korrektiv dafür sorgen muss, dass diese Themen noch mehr in den Fokus der politischen Debatte in der Bezirksversammlung kommen!

Der SPD-geführte Senat übt derzeit massiv sein Rückkaufsrecht zur Erhaltung des Stadtteilcharakters in Altona aus. Aber haben dann nicht auch alle Hamburger ein Anrecht auf Gleichbehandlung ihrer Stadtteile und den Erhalt ihrer gewachsenen, innerörtlichen Strukturen? Für die Walddörfer fehlt hier meines Erachtens jedes Fingerspitzengefühl!

Auch wenn die Bezirksversammlungswahl am 26.Mai 2019 noch nicht so im Fokus der Bürger steht, wird hier darüber entschieden, wie gut und aus welcher Sicht die Bezirksverwaltung auf Probleme und Hindernisse von Bürgern vor Ort aufmerksam gemacht wird.

Denn unsere liberale Grundhaltung fragt immer zuerst, wie die Verwaltung dem Bürger dienen kann und nicht wie die Bürger der Verwaltung dienen. 

Denn es ist eben doch eine Charakterfrage, wie Politik vor Ort gesehen und betrieben wird! Und dazu möchte ich als Ihr Wahlkreiskandidat der Freien Demokraten gern beitragen. Unterstützt werde ich dabei von den weiteren Wahlkreiskandidaten Dr. Volker Diedrich (Ohlstedt), Christoph Schmidt (Bergstedt) und Frank Mario Stussig (Volksdorf).

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr

Ihr Finn Ole Ritter

Veröffentlicht in der Volksdorfer Zeitung vom 13.12.2018

Kategorien: Allgemein

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